Frischzellenkur für Straßenbahn

Die Rheinbahn lässt gerade ihre Niederflur-Straßenbahnen der ersten Generation (Typ NF6) grundlegend überholen und modernisieren, damit die 20 Jahre alten Bahnen noch weitere 16 Jahre zuverlässig ihren Dienst tun können. Aktuell ist der Prototyp gerade bei einem Instandhaltungsunternehmen in Leipzig und wird bis Anfang 2017 runderneuert.

Wir haben mal einen Blick auf den aktuellen Stand geworfen:

Unglaublich – aber ja: Das ist eine unserer Straßenbahnen. Für die Modernisierung wird die Bahn in ihre drei Teile zerlegt und dann im Inneren komplett auseinander gebaut. Übrig bleibt der rohe Wagenkasten. Rechts hinter der Plane wird er gerade mit Schwammpartikeln gestrahlt, der so genannten „Sponge-Jet“-Technik. Dies sorgt, durch Materialschonung bei der Bearbeitung, für eine längere Standzeit des Wagenkastens.

Für die Arbeiten werden die Bahnteile aufgebockt.

Während am Wagenkasten gearbeitet wird, lagern hier fein säuberlich sortiert Sitze & Co.

Den Blick zur Fahrerkabine kennen alle Fahrgäste – nur nicht in diesem Zustand. Decke und Seiten werden hier mit Folie vor dem Strahlgut geschützt. Überdruck verhindert zudem, dass die Partikel eindringen können.

So sieht die Bahn ohne Boden aus. Die Bahnen bekommen einen neuen, rutschfesten Fußboden.

Das entkernte Heck der Bahn. Bald werden Wände und Decken in hellem Weiß erstrahlen.

Der Mittelteil der Bahn in der Halle.

Blick von oben auf den NF6. Normalerweise ist auf dem Dach viel Technik untergebracht – jetzt sieht es hier richtig leer aus. Aber der Aufwand lohnt sich: Im Frühjahr 2017 können wir uns alle von dem Ergebnis überzeugen!

2016-12-22T14:41:19+00:0022. November 2016|Hinter den Kulissen|15 Kommentare

Über den Autor:

Annika Bödefeld
Annika Bödefeld arbeitet bei der Rheinbahn in der Unternehmenskommunikation und ist dort unter anderem verantwortlich für Social Media.

15 Comments

  1. Norbert Knuth 22. November 2016 um 18:46 Uhr - Antworten

    Guten Abend danke schön für die Info, ist den der Aufwand nicht größer als eine neue Bahn zu bestellen.
    Das sieht ja aus wenn die Bahn neu gebaut wirdund meine Frage gibt es denn endlich eine Klimaanlage??

  2. Stefan 23. November 2016 um 21:44 Uhr - Antworten

    Wie viel Einzelteile hat eigentlich so eine Bahn?

    • Annika Bödefeld
      Annika Bödefeld 24. November 2016 um 20:51 Uhr - Antworten

      Hallo Stefan,
      wenn man wirklich jede Schraube, Mutter & Co. einzeln zählt, sind es etwa 250.000 Einzelteile.
      Viele Grüße Annika Bödefeld

  3. WolfgangvO 23. November 2016 um 22:48 Uhr - Antworten

    D.h. also dass diese Bahnen weitere 16 Jahre ohne Klimaanlage durch Düsseldorf fahren? Da ließ sich durch Modifikationen in anderen Bereichen nichts am Gesamtgewicht einsparen?

    Wie groß ist denn die finanzielle Einsparung gegenüber einer Neuanschaffung?
    Ich bin eigentlich der Rheinbahn gegenüber sehr positiv eingestellt aber solche Entscheidungen sind manchmal nur schwer nachvollziehbar.

    • Annika Bödefeld
      Annika Bödefeld 24. November 2016 um 20:52 Uhr - Antworten

      Hallo Wolfgang,

      genauso ist es. Anders ist es leider nicht möglich. Neue Bahnen zu kaufen, ist ein langwieriger, mehrere Jahre dauernder Prozess, da die Fahrzeuge auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sind. Im Schnitt sind Kosten und Zeitfaktor etwa fünf- bis sechsmal so hoch, wenn man neue Bahnen kauft. Außerdem müssten dann noch neue Ersatzteile besorgt, die Mitarbeiter geschult und die Werkstätten ausgerüstet werden.

      Viele Grüße
      Annika Bödefeld

  4. Sabine Tramp 24. November 2016 um 11:32 Uhr - Antworten

    Das ist wirklich interessant. Wie lange dauert der Umbau eines Wagens, wenn keine unerwarteten Schwierigkeiten auftauchen?

    • Annika Bödefeld
      Annika Bödefeld 24. November 2016 um 20:52 Uhr - Antworten

      Hallo Frau Tramp,

      wir kalkulieren im Schnitt mit etwa 12 Wochen pro Fahrzeug.

      Viele Grüße
      Annika Bödefeld

  5. Patrick H. 25. November 2016 um 10:12 Uhr - Antworten

    Nett! Kann man da mitarbeiten? So als Ex-Duewagianer? 😀

  6. Martin Offergeld 3. Dezember 2016 um 11:08 Uhr - Antworten

    Bekommen die renovierten Bahnen auch neue Fahrkartenautomaten die Geldscheine und oder EC Karten akzeptieren?

  7. Michi 23. Februar 2017 um 20:25 Uhr - Antworten

    Hallo Frau Bödefeld,
    wieviele Firmen sind an der Instandhaltung der Flotte beteiligt, also wieviele Zulieferer (Demontage-Reinigung-Sitzbezüge-Fußbodenhersteller-Lackierung etc.) sind für ein solches Projekt involviert? Und wie ist der Stand derzeit bei der ersten Bahn?

    • Annika Bödefeld
      Annika Bödefeld 2. März 2017 um 16:53 Uhr - Antworten

      Hallo Michi,
      ich frage mal bei den Kollegen nach.
      Viele Grüße
      Annika Bödefeld

    • Annika Bödefeld
      Annika Bödefeld 9. März 2017 um 11:37 Uhr - Antworten

      Hallo Michi,
      es sind etwa 15 Firmen – hauptsächlich aus Sachsen – in das Projekt involviert. Die mechanischen Arbeiten am Rohbau sind fast abgeschlossen. Zwei der drei Wagenteile (Heck und Mitte) werden im Moment für die Lackierung vorbereitet. Danach beginnt der Wiederaufbau.
      Viele Grüße
      Annika Bödefeld

  8. Matthias Kock 12. November 2018 um 15:08 Uhr - Antworten

    Guten Tag, Sie schreiben „Aktuell ist der Prototyp gerade bei einem Instandhaltungsunternehmen in Leipzig und wird bis Anfang 2017 runderneuert.“.
    Also, zurück im Dienst war dieses Fz erst in 2018, also mehr als 1 Jahr später als zunächst angekündigt.
    Ich finde auch nirgends einen aktualisierten Status, wann die anderen Bahnen nun Zug um Zug modernisiert werden.
    Diese NF6 sind -neben den B Wagen und neuen U Bahnen- die mit Abstand bequemsten Bahnen der Rheinbahn.

    Viele Grüße

    PS: Die Züge Typ NF8 und NF10 sind krumpelig, unbequem und wirken wenig einladend….

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