Mit Spaß sicher und selbständig unterwegs: Die Busschule macht Kinder stark für den Schulweg
Ein bisschen Aufregung liegt in der Luft, wenn die Bustüren sich öffnen. Ranzen auf dem Rücken, neugierige Blicke nach vorne. Für viele Kinder in Hilden ist die Busschule der Moment, in dem aus „mitfahren“ langsam „selbstständig unterwegs sein“ wird. Und genau darum geht es: Sicherheit gewinnen, Verantwortung übernehmen und dabei erleben, dass Lernen richtig Spaß machen kann.
Seit 2002 begleitet die Busschule Viertklässlerinnen und Viertklässler aller Hildener Grundschulen bei diesem wichtigen Schritt. Mehr als 13.300 Kinder haben seitdem mitgemacht – und jedes Jahr kommen neue hinzu.
Gemeinsam für sichere Wege
Die Busschule ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Hilden, der Eugen-Otto-Butz-Stiftung, der Kreispolizei Mettmann und unserer Rheinbahn. Alle Beteiligten ziehen an einem Strang, damit Kinder sicher und selbstbewusst mit Bus und Bahn unterwegs sind. Eine Evaluationsstudie der Bergischen Universität Wuppertal bestätigte die Wirksamkeit und zeigte, „dass die Inhalte das Unfallgeschehen im Schulbus aufgreifen, die Kinder für Gefahren im Zusammenhang mit dem ÖPNV sensibilisieren und dass für den Umgang mit diesen Gefahren Lösungsansätze angeboten werden.

Die Eugen-Otto-Butz-Stiftung fördert die Busschule seit 2003. Auch in diesem Jahr ist sichergestellt, dass alle Hildener Viertklässler das Angebot nutzen können – ein starkes Zeichen für gelebte Verkehrssicherheit und Verantwortung gegenüber jungen Fahrgästen.
Der Bus wird zum Klassenzimmer
Gelernt wird nicht aus dem Buch, sondern mitten im Geschehen. Der Bus selbst ist Unterrichtsraum, Übungsfläche und Erlebnisort. Die Kinder spielen typische Alltagssituationen nach: Sie üben das sichere Warten an der Haltestelle, das ruhige Einsteigen und das richtige Verhalten, wenn der Bus voll ist.

Mit Slalom- und Parcoursübungen erleben sie hautnah, warum festes Stehen so wichtig ist und wie schnell ein kleiner Moment der Unachtsamkeit gefährlich werden kann.
„Schon an der Haltestelle lernen die Kinder, wo Gefahren entstehen können“, sagt Jan Nowak, Lehrer und Konrektor der Astrid-Lindgren-Schule. „Im Bus trainieren sie ganz praktisch, wie sie sich und andere schützen. Diese Erfahrungen bleiben hängen.“
Lernen, das im Alltag ankommt
Was die Busschule besonders macht, ist ihre Nähe zur Lebenswelt der Kinder. Alles, was sie lernen, brauchen sie schon bald auf ihrem eigenen Schulweg.
„Aus pädagogischer Sicht ist das unglaublich wertvoll“, sagt Lehrerin Nadja Roos von der Wilhelm-Busch-Schule. „Die Kinder erleben real, welche Regeln im Bus gelten und warum Rücksicht so wichtig ist. Sie dürfen ausprobieren, nachfragen und Sicherheit gewinnen.“
Dass dabei auch der Spaß nicht zu kurz kommt, merken die Kinder sofort. Eine junge Teilnehmerin bringt es lachend auf den Punkt: „Ich finde die Busschule richtig toll. Am besten war die Ruckelfahrt.“
Zahlen, die für sich sprechen
Im Jahr 2025 nahmen sieben Hildener Grundschulen an der Busschule teil. In 17 Durchgängen lernten 433 Schülerinnen und Schüler, wie sie sicher mit dem Bus unterwegs sind. Der nächste Durchlauf in Hilden ist bereits geplant: von Montag, 14. April 2026, bis Freitag, 10. Juli 2026, geht die Busschule dort wieder an den Start.
Mobilitätsbildung mit Herz
Organisiert wird die Busschule vom Team Mobilitätsbildung unserer Rheinbahn. Sonja Seippel und Thomas Thiel entwickeln und koordinieren gemeinsam die verschiedenen Angebote – von der Busschule über Fahrzeugbegleiterinnen und Fahrzeugbegleiter bis hin zum Fahrenden Klassenzimmer und zu Trainings für Seniorinnen, Senioren sowie mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Unterstützt werden sie von Kolleginnen und Kollegen aus Fahrdienst und Werkstatt, die ihre Erfahrung direkt aus dem Alltag einbringen.
Die Busschule zeigt, wie Mobilitätsbildung gelingen kann: nah an den Menschen, mit viel Engagement und einem klaren Blick in die Zukunft. Für Hilden, für unsere Rheinbahn – und vor allem für Kinder, die jeden Tag sicher ankommen sollen.
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