Ein Hochbahnsteig der neuen Generation

Die Rheinbahn investiert fleißig in ihre Bauprojekte. Alleine 35,4 Millionen Euro fließen im Jahr 2018 in die Infrastruktur. Davon sind 10,8 Millionen Euro für die Planung und den Bau von barrierefreien Hochbahnsteigen vorgesehen, beispielsweise am Luegplatz. Dort werden bis zum Sommer 2019 zwei moderne, 60 Meter lange Hochbahnsteige mit Zugangsrampen an beiden Seiten gebaut. Alleine für die Bahnsteige müssen 70 Fertigteile (24 Bahnsteigplatten, 12 Rampenplatten und 34 Stützen) montiert werden. Rund um den Bahnsteig werden 360 Meter neue Gleise verlegt. Die Besonderheit am Luegplatz: Der große Andrang von Fahrgästen zur Kirmes ist mit zu berücksichtigen.

Für den Umbau der Haltestelle „Luegplatz“ fallen rund 5,3 Millionen Euro Gesamtkosten an. Die Maßnahme wird durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen zu 85 Prozent gefördert. Den restlichen Anteil trägt die Rheinbahn.

Zwei neue Bahnsteige, viele Bauarbeiten

Bereits im März begannen an zwei Sperrwochenenden die vorbereitenden Arbeiten für die bevorstehenden Gleisbauarbeiten im August. Hierbei verlegte die Netzgesellschaft Düsseldorf eine große Trinkwasser-Transportleitung und schloss zudem neu verlegte Leitungen an. Zeitgleich baute die Rheinbahn in Höhe der Haltestelle „Tonhalle/Ehrenhof“ zwei Schmieranlagen ein, damit die Fahrgeräusche der Bahnen leiser werden. Auch erste Arbeiten für die Fahrleitung begannen Anfang März. Für diese Arbeiten mussten auf bestimmten Abschnitten bereits Ersatzbusse statt Bahnen pendeln.

Ab Juli wird es dann am Luegplatz ernst, denn eine provisorische Haltestelle wird errichtet, die eine reibungslose An- und Abreise zur diesjährigen Rheinkirmes garantiert. Die Bauarbeiten an den Hochbahnsteigen ruhen während dieser Zeit.

Mit dem Abbruch und dem Rückbau der bestehenden Seitenbahnsteige beginnen wichtige Entwässerungs- und Ablaufarbeiten, da die Haltestelle durch die Nähe zur Oberkassler Brücke an einem Gefälle liegt. Fünf Sperrwochenenden sind nötig, an denen die erforderlichen Gleisbauarbeiten ausgeführt und die 70 Betonfertigteile für die beiden Seitenbahnsteige mit einem Kran montiert werden:

  • 3. bis 5. August
  • 10. bis 12. August
  • 12. bis 14. Oktober
  • 9. bis 11. November
  • 4. bis 6. Januar 2019.

Natürlich informiert die Rheinbahn zeitnah über die jeweiligen Sperrungen und gibt Details zu den einzelnen Bauphasen bekannt.

Der Kirmes-Fall

Pünktlich zur Düsseldorfer Rheinkirmes im Jahr 2019 wird die Montage der Hochbahnsteige abgeschlossen sein. Damit die Besucher der Kirmes an der Haltestelle „Luegplatz“ schneller und sicherer an- und abfahren können, werden sogenannte „mobile Treppen“ eingesetzt. Durch die Treppen werden die Rampen der Hochbahnsteige entlastet und die Fahrgäste können sich ideal auf der gesamten Bahnsteigfläche verteilen und schneller in die Bahnen einsteigen. Sicherheitsposten an jeder Treppe regeln den Zugang zur Haltestelle und sperren diesen kurzzeitig, falls auf dem Bahnsteig zu viele Fahrgäste stehen. Sicherheit gewährleistet zudem weiterhin der Übersichtsposten, von dem aus der Einsatzleiter in erhöhter Position die Geschehnisse rund um die Haltestelle überwacht.

Nach einem kurzen Baustopp während der Kirmes beginnen Ende Juli 2019 schließlich der Rückbau der provisorischen Haltestellen sowie die Arbeiten für Wartehallen, Beleuchtung und dynamische Anzeigetafeln. Im Sommer 2019 können sich die Fahrgäste der Rheinbahn dann über zwei neue Hochbahnsteige freuen.

Die Vorteile des Umbaus
Obwohl unsere Fahrgäste durch die Bauarbeiten Beeinträchtigungen in Kauf nehmen müssen, hat der Umbau der Haltestelle am Luegplatz langfristig enorme Vorteile. Einerseits gewährleisten die Hochbahnsteige einen barrierefreien Einstieg in die Fahrzeuge: Rampen zu beiden Seiten garantieren einen durchgängigen Haltestellenzugang, erhöhte Bahnsteige einen niveaugleichen Einstieg in die Fahrzeuge. Somit können mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, Reisende mit Gepäck oder Kunden mit Kinderwagen die Fahrzeuge stufenlos und unkompliziert erreichen. Sehbehinderte und blinde Menschen werden durch sogenannte Bodenindikatoren, also spezielles Leitpflaster, unterstützt.

Andererseits garantiert der Umbau in Zukunft ein direktes Überqueren von der Haltestelle zum gegenüberliegenden Bürgersteig, der hinunter zu den Rheinwiesen führt. Neue Signalanlagen sichern den Übergang zusätzlich ab. Das ist besonders wichtig bei Großveranstaltungen wie der Düsseldorfer Rheinkirmes. Dann informiert künftig eine moderne Lautsprecheranlage die Fahrgäste: Ansagen werden demnächst durch tieferhängende Lautsprecher durchgegeben, die sich nach dem Geräuschpegel umfeldabhängig anpassen lassen. Von dieser individuell steuerbaren Regulierung der Informationsdurchsagen profitieren auch die Anwohner, denn Lärmstörungen an der Haltestelle können gezielt vermieden werden. Für noch mehr Sicherheit sorgt zudem eine neue Videoanlage an den Hochbahnsteigen.

Über den Autor:

Eva Steinbrink
Eva Steinbrink hat Germanistik und Anglistik/ Amerikanistik studiert und arbeitet als Praktikantin in der Unternehmenskommunikation der Rheinbahn.

13 Comments

  1. Oli 9. Mai 2018 um 14:40 Uhr - Antworten

    Warum hat man sich nicht für einen leisfungsfähigeren Mittelbahnsteig entschieden, der vor allem zur Rheinkirmes deutlich mehr Fahrgäste beherbergen kann? Die Seitenbahnsteige mussten in der Vergangenheit immer wieder gesperrt werden

    • Eva Steinbrink
      Eva Steinbrink 17. Mai 2018 um 11:18 Uhr - Antworten

      Hallo Oli,
      bei den Seitenbahnsteigen handelt es sich um die „leistungsfähigste Variante“, da die beiden Seitenbahnsteige eine Gesamtfläche von 420 m² (2 x 3,5 Meter Breite x 60 Meter Länge) und somit eine größere Aufstell- und Umsteigefläche bieten, als ein Mittelbahnsteig mit 330 m² Fläche (5,5 Meter Breite x 60 Meter Länge). Darüber hinaus können nur bei den Seitenbahnsteigen die Straßen der Luegallee als Erweiterungsfläche für die Haltestelle bei Großveranstaltungen (beispielsweise bei der Düsseldorfer Kirmes) genutzt werden. Ein Mittelbahnsteig ist durch die Gleisanlage eingegrenzt.
      Viele Grüße
      Eva Steinbrink

      • Wolfgang Pietsch 30. Juni 2018 um 11:20 Uhr - Antworten

        Sehr geehrte Frau Steinbrink, aufmerksam habe ich mir die Kommentare, über die Planungen der zukünftigen Haltestelle Lueg Platz gelesen und ich finde Ihre Planungen verkehrstechnisch und optisch sehr gut. Ich kenne die Örtlichkeiten noch aus der Zeit der Wendeanlage für die Linie „K“ und ich meine dass die neue Anlage ein Schmuckstück wird. Es ist immer schwer, aus den gegebenen Örtlichkeiten, etwas 100 Prozentiges zu erreichen .Ein Mittelbahnsteig ist natürlich wirklich nicht angebracht. Auch die neuen Niederflurzüge der Bauart NF 6 hat für mich an Ansehen gewonnen. Ich habe diese Züge selber gefahren und sie waren zu der damaligen Zeit super. Sie schaukeln nicht so stark wie die neuen 10 Achser und sahen auch besser aus. Die neuen Züge im Verbund mit den KVB sind da schon besser, besonders durch den separaten Einstieg für den Fahrer. Das verhindert die Gefahr, das beim Ausstieg zB, zum legen einer nicht gesprungenen Weiche, kein Fahrgast mit aussteigen kann.
        Zum Schluss noch eine Bemerkung, egal was man macht, es wird immer Nörgler und Besserwisser geben. Ich war 42 Jahre dabei und das immer mit ganzem Herz bis Heute. Mit freundlichen Grüßen

  2. Oli 9. Mai 2018 um 14:49 Uhr - Antworten

    Fußgänger die von der Haltestelle zu den Rheinwiesen wollen haben jetzt eine eigene Überquerung der Fahrtrichtung Altstadt.
    Wieso wurde diese Überquerung HINTER den Wilhelm-Ring gelegt, sodass es dort jetzt drei Ampelphasen geben muss (eine für die Fußgänger, eine für die Durchgangsfahrbahn der Luegallee und eine für die Rechtsabbieger in und aus dem Wilhelm-Ring). Letztendlich minimiert sich die Grünzeit für jeden Verkehrsteilnehmer und alle behindern sich gegenseitig.

    Bisher war die Überquerung für die Fußgänger mit zwei Ampeln gelöst worden, so hatten alle eine ausreichende Grünzeit

    • Eva Steinbrink
      Eva Steinbrink 17. Mai 2018 um 11:21 Uhr - Antworten

      Hallo Oli,
      zukünftig können die Fahrgäste die Haltestelle über den östlichen Zugang (Oberkasseler Brücke, Rheinwiesen) direkt vom benachbarten Gehweg mit nur einer Fahrbahnüberquerung (durch eine Ampelanlage) erreichen. Durch die zukünftige Anordnung der Bahnsteige auf der Ostseite des Luegplatzes entfällt die „Dreieckinsel“ an der Einmündung des Kaiser-Friedrich-Rings und somit auch der heute zeitaufwändige Zugang mit zwei Ampelüberquerungen.
      Darüber hinaus haben auch die Fußgänger und Radfahrer der Luegallee in Fahrtrichtung Oberkasseler Brücke/Altstadt Vorteile, da sie den Kaiser-Friedrich Ring zukünftig durch den Wegfall der „Dreieckinsel“ durchgehend überqueren können.
      Insgesamt entstehen an der Einmündung des Kaiser-Friedrich-Rings deutlichere und durchgängige Wegebeziehungen für Fußgänger und Radfahrer, die in keiner Weise die Grünzeiten für den Autoverkehr minimieren oder eine gegenseitige Behinderung der Verkehrsteilnehmer zur Folge haben.
      Viele Grüße
      Eva Steinbrink

  3. Stefan Kaehler 17. Mai 2018 um 22:48 Uhr - Antworten

    Schöne Planungen, die mit BIM realisiert wurden. Danke dafür.

  4. Michael Reez 25. Mai 2018 um 14:59 Uhr - Antworten

    Tema Hochbahnsteig für Heerdt,

    Frage ist wann kommt die Hochbahnsteig für die Aldekerkstrasse dann noch Für Handweisser kommt da auch ein Hochbahnsteig hin !?

    Zu die neuen Bahnsteige Oberkassel so wie auch Nikolaus Knoplatz sind wohl ok doch muss ich Sagen bei der Haltestelle
    NNikolaus Knoplatz sind doch der Bahnsteig ein wenig zu weit weck von der Tür der Strassen Bahn ….

    • Eva Steinbrink
      Eva Steinbrink 30. Mai 2018 um 15:10 Uhr - Antworten

      Hallo Herr Reez,
      Die Haltestellen „Aldekerkstraße“ und „Heesenstraße“ werden voraussichtlich im Jahr 2020 mit Hochbahnsteigen ausgestattet. Für die Haltestelle „Handweiser“ kann gegenwärtig keine Zeitangabe gemacht werden, da die Haltestellenplanung von regionalen Verkehrsplanungen (U81 – Flughafenanbindung) abhängig ist.

      Dass das Abstandsmaß zwischen Stadtbahn und Bahnsteig an den Haltestellen „Nikolaus-Knopp-Platz“ und „Dominikus-Krankenhaus“ größer ist, als an anderen Haltestellen, begründet sich damit, dass diese beiden Haltestellen in einem Bogen und nicht gerade gebaut wurden. Daher ist „…der Bahnsteig ein wenig zu weit weg von der Tür der Straßenbahn….“ Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in unserem Blogartikel zum Thema „Das Spaltmaß an Haltestellen“: https://blog.rheinbahn.de/2017/07/25/das-spaltmass-an-haltestellen/
      Viele Grüße
      Eva Steinbrink

  5. Reinhold Billhöfer 26. Mai 2018 um 2:46 Uhr - Antworten

    Die Verlegung des Taxihalteplatzes Luegplatz auf die Hauptfahrbahn ist keine schlechte Idee.
    Endlich wird dann auch der direkt auf dem Platz befindliche Bürgersteig und Radweg weiter ausgebaut.
    Wird denn dann der alte Taxiplatz in Schrägparkpläze für Anwohner umgewandelt; da man ja auf keinen Fall auf dieser Seite des Luegplatzes drei Bürgersteige nebeneinander benötigt?

    • Eva Steinbrink
      Eva Steinbrink 30. Mai 2018 um 15:01 Uhr - Antworten

      Hallo Herr Billhöfer,
      Die Taxistellplätze wurden an die Luegallee verlegt, da sie dort in einer besseren Sichtbeziehung zur Stadtbahnhaltestelle und somit besser für umsteigende Fahrgäste ersichtlich sind. Die dadurch frei werdenden Stellplätze können dann von Anliegern sowie anderen Verkehrsteilnehmern als Parkflächen genutzt werden.

      Der Luegplatz wird auf der nördlichen sowie südlichen Seite durch Straßen in Form eines Ovals umrahmt. Die Straßenquerschnitte beinhalten eine Fahrbahn mit angrenzenden Gehwegen auf beiden Seiten. Dieser symmetrische Straßenquerschnitt ist aus städtebaulichen Gründen sowie wegen des Denkmalschutzes unveränderbar, daher ist ein Wegfall beziehungsweise eine Umgestaltung des angrenzenden Gehweges an die ehemaligen Taxistände nicht möglich.
      Viele Grüße
      Eva Steinbrink

  6. S.Hans 8. Juni 2018 um 12:12 Uhr - Antworten

    Tja, Schadensbegrenzung eben

  7. Antje 29. Juni 2018 um 21:24 Uhr - Antworten

    Wenn man aktuell an der Fußgängerampel Brend˚amourstraße (Luegplatz) Ecke Luegallee wartet, um die Luegallee in Richtung Haltestelle zu überqueren, kann man (egal wie man es macht) die Abfahrtzeiten stadtauswärts nicht lesen, da die Minutenanzeige hinter einem Laternenmast verschwindet. Linie und Ziel sind erkennbar, aber nicht, wann die nächste Bahn abfährt. Kann man die Anzeige bitte künftig so anbringen, dass sie von möglichst allen Fußgängerampeln aus einsehbar ist? Ich würde mich freuen, wenn dies in der Planung bereits berücksichtigt wurde.

    • Eva Steinbrink
      Eva Steinbrink 10. Juli 2018 um 11:26 Uhr - Antworten

      Hallo Antje,

      die zukünftigen Hochbahnsteige werden je Bahnsteig mit einer Dynamischen Fahrzeitinformationsanzeige (DyFa) ausgestattet. Diese befinden sich in der Mitte des 60 Meter langen Bahnsteiges, um allen wartenden Fahrgästen eine Sichtbeziehung zur DyFa zu ermöglichen. Für die stufenlose Erreichbarkeit der Bahnsteige sind an den Stirnseiten rund 20 Meter lange Zugangsrampen angeordnet, die an den Straßenquerungen (Fußgängerampeln) der Luegallee beginnen. Das bedeutet, dass die DyFa rund 50 Meter von der Fußgängerampel entfernt und somit nicht mehr lesbar ist.

      Da die DyFa der Information von wartenden Fahrgästen unmittelbar an der Haltestelle dient, können wir Ihnen für die von Ihnen gewünschte Information nur die Rheinbahn-App empfehlen, über die Sie die aktuellen Abfahrtszeiten an der ausgewählten Haltestelle angezeigt bekommen. Die App informiert Sie auch weitab der ausgewählten Haltestelle immer aktuell.

      Viele Grüße
      Eva Steinbrink

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