Der Betriebshof Lierenfeld

Im Herzen Düsseldorfs liegt er, der Betriebshof Lierenfeld. Als einer der größten kombinierten Betriebshöfe des Nahverkehrs in Europa und als größter Bus- und Bahnbetriebshof Deutschlands erstreckt er sich über eine Gesamtfläche von 183.924 Quadratmeter. Das entspricht etwa 26 Fußballfeldern! Zuständig ist der Betriebshof Lierenfeld für den oberirdischen Verkehr mit Bussen und Straßenbahnen im Düsseldorfer Stadtgebiet und der angrenzenden Umgebung sowie seit 2016 für die Bedienung der vier Linien, die durch den Wehrhahntunnel fahren.

Ein Stück Geschichte
Der Betriebshof Lierenfeld ist ein geschichtsträchtiges Stück Düsseldorf: Auf dem früheren Gelände der Mannesmann-Röhren-Werke wurde vor fast 30 Jahren im Jahr 1989 der Grundstein für das riesige Depot gelegt. Ab 1991 startete auf dem großflächigen Gelände der Betrieb für Bahnen. Der neue Betriebshof in Lierenfeld ersetzte somit die Betriebshöfe in Derendorf und Wersten, ab 2011 auch den Betriebshof Am Steinberg in Bilk.

Auch für Busse wurde der Betriebshof Lierenfeld ab 1994 zum Zuhause und dient somit seither als Ersatz für die zu klein gewordenen Betriebshöfe an der Eintracht- und der Merowingerstraße.

Heute sorgen allein auf dem Betriebshof Lierenfeld 14.450 Meter Gleis, 100 Weichen und vier Gleiskreuzungen dafür, dass die 177 Lierenfelder Bahnen jeden Tag ihren Weg auf die Strecke finden. Neben den Schienenfahrzeugen beherbergt das Depot zudem 158 Busse, die, aneinandergereiht mit den Bahnen, eine Gesamtlänge von rund acht Kilometer hätten. Auf mittlerweile 54 Linien legen alle 335 Lierenfelder Fahrzeuge jeden Tag eine Strecke von etwa 65.000 Kilometern zurück und umrunden somit täglich die Erde eineinhalb Mal!

Eine kleine Stadt innerhalb Düsseldorfs
Der Betriebshof Lierenfeld erscheint angesichts seiner vielfältigen Fachbereiche als kleine eigenständige Stadt: Natürlich gibt es Abteilungen, die sich um unserer Fahrzeuge kümmern. Betriebswerkstätten für Busse und Bahnen sorgen beispielsweise dafür, dass defekte Fahrzeuge schnellstmöglich repariert und somit wieder fahrtüchtig werden.

Eine Schreinerei erneuert veraltetes oder abgenutztes Interieur. Um den Betrieb am Laufen zu halten, beherbergt das Areal des Betriebshofs zudem eine Gleisbauabteilung, eine Weichenmeisterei, eine Abteilung für Oberleitungsbau, einen Bereich für den Elektro-Anlagenbau und den Verkehrsdienst. Auch unsere Fahrausweisprüfer, die durch regelmäßige Fahrscheinkontrollen in unseren Fahrzeugen dafür sorgen, dass der wirtschaftliche Schaden durch Schwarzfahrer so gering wie möglich bleibt, haben in Lierenfeld ihr Büro. Hinzu kommt das Team Haltestellen, welches unter anderem Wartehallen instand hält und im gesamten Rheinbahngebiet die alten Haltestellenschilder gegen neue austauscht. Zudem sind insgesamt 19 Disponenten Tag und Nacht in jeweils drei Schichten im Einsatz, um die Dienste, Fahrer und Fahrzeuge zu koordinieren.

Des Weiteren beherbergt der Betriebshof in Lierenfeld Abteilungen, die sich speziell um die 707 Fahrer kümmern. Denn diese Kollegen geben jeden Tag im Schichtdienst alles, um jährlich rund 108 Millionen Fahrgäste zu befördern. Für eine bestmögliche Ausbildung und regelmäßige Schulungen sorgt die eigene Fahrschule der Rheinbahn. Während der betriebsärztliche Dienst, das Kantinenpersonal und die Arbeitssicherheit sich um das leibliche Wohl der Angestellten kümmern, pflegen die Gärtner die Grünflächen auf den Betriebshöfen sowie entlang der Schienenwege und an den Haltestellen. Seit 2017 findet man zudem die Verwaltung auf dem Betriebshofgelände, sodass dieser Standort mittlerweile Arbeitsplatz für etwa 1.500 Frauen und Männer ist. Das Depot hat sich somit seit seiner Grundsteinlegung mehr und mehr zur wesentlichen Schaltzentrale der Rheinbahn entwickelt.

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2018-03-13T14:57:55+00:0013. März 2018|Gute Fahrt, Hinter den Kulissen|2 Kommentare

Über den Autor:

Eva Steinbrink
Eva Steinbrink hat Germanistik und Anglistik/ Amerikanistik studiert und arbeitet als Praktikantin in der Unternehmenskommunikation der Rheinbahn.

2 Comments

  1. Guido Esser 18. März 2018 um 20:44 Uhr - Antworten

    Sehr interessanter Beitrag. Eine Frage zum Foto mit der Frei-Aufstellgruppe der Busse: Da ist am linken Bildrand, ein mit Linie 724 ausgeschilderter weißer Mercedes Citaro der neuen Bauform zu sehen. Beheimatet die Rheinbahn in Lierenfeld auch Busse privater Unternehmen, oder handelt es sich bei besagtem Fahrzeug um ein Vorführfahrzeug? Denn bislang wurden von der Rheinbahn ja noch keine Citaros dieser Bauart beschafft. Oder – noch eine Möglichkeit – kann es sein, das private Busse Eure Werkstatt-Dienstleistungen in Anspruch nehmen und es sich dann doch um einen privaten Citaro handelt? Als Busfan fallen mir solche Details in Bildern gerne mal auf.

    • Annika Bödefeld
      Annika Bödefeld 22. März 2018 um 11:34 Uhr - Antworten

      Hallo Herr Esser,
      das Fahrzeug war zu Schulungszwecken bei uns.
      Viele Grüße
      Annika Bödefeld

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