Gutes Klima in unseren Bahnen und Bussen

Sommer, Sonne, Sonnenschein – und dann in die kühle Bahn hinein. Das ist wahrscheinlich die Wunschvorstellung vieler Fahrgäste. Wunsch und Realität liegen aber in diesem Fall noch etwas auseinander: Die Bahnen der Rheinbahn haben leider keine Klimaanlage – und an den Tagen im Jahr, an denen es richtig heiß ist, bieten sie keine Abkühlung. Vor einigen Jahren wollte die Rheinbahn das ändern und mehrere Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Straßenbahnen nachrüsten zu lassen. Allerdings war und ist dies technisch nicht umsetzbar, da durch den nachträglichen Einbau von Klimaanlagen die vorgeschriebene Achslast der Bahnen überschritten würde. Die Bahnen wären also einfach zu schwer und dürften nicht mehr fahren.

Trotzdem ist Besserung in Sicht: In den neuen Stadtbahnen des Typs „HF6“, die ab 2019 die alten Bahnen des Typs „GT8SU“ ersetzen werden, wird der Wunschvorstellung Realität: Das Mehrgewicht der Klimaanlage wird bei der Konstruktion der Fahrzeuge mit einbezogen, so dass es keine Probleme mit der Achslast gibt und die Fahrzeuge serienmäßig mit Klimaanlage ausgestattet sind.

Situation bei den Bussen
Erfreulicher dagegen ist die Situation bei den Bussen: Mehr als die Hälfte unserer 429 Busse haben bereits eine Klimaanlage, die von Fahrer eingeschaltet und dann automatisch per Thermostat gesteuert wird. Hier gibt es zwei Varianten:

1. Gut zwei Drittel der Busse haben eine Vollklimaanlage. Sie kühlt den Bus bis zu vier Grad herunter im Verhältnis zur Außentemperatur. Kühlt die Klimaanlage so stark, dann ist es vielen Leuten, gerade wenn sie länger mitfahren, im Bus zu kalt. Zusätzlich bekommen wir viele Beschwerden, dass die Zugluft zu stark ist. Außerdem wiegen diese Anlagen 500 Kilogramm bei einem Standardbus und 1.000 Kilogramm bei einem Gelenkbus – viel Gewicht, das die meiste Zeit des Jahres nutzlos mitfährt und Sprit verbraucht.

2. Daher hat sich die Rheinbahn entschieden, auf Dachluken-Klimaanlagen zu setzen. Rund ein Drittel unserer Flotte mit Klimatisierung hat diese Anlagen, die die Temperatur im Innenraum für Fahrer und Fahrgäste regulieren und so verhindern, dass er sich übermäßig aufheizt, wie ein Auto auf dem Parkplatz. Luftmengenmessungen im Bus haben ergeben, dass für einen Standardbus zwei und für den Gelenkbus drei Dachluken-Klimaanlagen die optimale Ausstattung sind. Eine Masteranlage steuert dabei die Stärke der Kühlung. Bis vor Kurzem war sie bei den Gelenkbussen im vorderen Bereich des Fahrzeugs angesiedelt. Da beim Bus der Motor hinten ist, ist es dort etwas wärmer. Die Masteranlage hat also gemeldet „Temperatur passt“, während es im Heck noch wärmer war. Nach einigen Tests hat sich unser „Kompetenzcenter Fahrzeuge“ daher entschlossen, die Masteranlage nach hinten zu verlegen, so dass der Kühleffekt stärker wird.

Klimaanlage an heißt Fenster zu
Als Faustregel gilt, dass alle Busse, bei denen sich die Fenster nicht einfach öffnen lassen, eine Klimaanlage haben. Bei Bussen ohne Klimaanlage können Sie die Fenster öffnen und sich durch den Fahrtwind Abkühlung verschaffen. Ähnlich wie beim Auto kann auch die Klimaanlage im Bus nur dann die Lufttemperatur senken, wenn die Fenster zu sind und nicht immer mehr warme Luft hineinkommt. Allerdings ist das beim Bus dadurch schwerer, da sich hier alle paar Minuten die Türen öffnen und so ein neuer Schwall warme Luft hineinkommt, die heruntergekühlt werden muss. Oft reicht die Zeit gar nicht aus, die Luft auf die gewünschte Temperatur herunter zu kühlen, bevor schon der nächste Schwall kommt. Umso wichtiger ist es, dass die Klappfenster geschlossen bleiben.

Grundsätzlich werden nur Fahrzeuge mit intakten Klimaanlagen eingesetzt. Wenn Sie das Gefühl haben, die Klimaanlage in Ihrem Bus funktioniert nicht, dann sprechen Sie bitte kurz den Fahrer an, bevor Sie selbst versuchen, ein Fenster zu öffnen. Wenn die Klimaanlage tatsächlich nicht funktionieren sollte, kann er bei vielen Bussen mit einem speziellen Schlüssel die Fenster öffnen. Wir werden den Bus dann so schnell wie möglich reparieren. Außerdem können Sie sich mit der Wagennummer des Fahrzeugs auch gerne an unseren Kundendialog wenden.

Über den Autor:

Annika Bödefeld
Annika Bödefeld arbeitet bei der Rheinbahn in der Unternehmenskommunikation und ist dort unter anderem verantwortlich für Social Media.

23 Comments

  1. Bernd Hardegen 25. August 2016 um 13:53 Uhr - Antworten

    Sehr informativer und aufklärender Artikel!

  2. Jochen Flucht 25. August 2016 um 14:04 Uhr - Antworten

    Ganz schlimm sind die alten MAN Busse die auf der Linie 788 eingesetzt werden. Da wird man gebacken wenn man von Benrath nach Monheim fährt. Bin immer froh wenn ein Bus der BSM fährt! Die sind schön kühl.

  3. Andrea Meurer 25. August 2016 um 16:20 Uhr - Antworten

    Ich finde es schön zu lesen, das sich die Rheinbahn der Kundenärgernisse annimmt. Bitte weiter so.

  4. Neuber 29. August 2016 um 13:12 Uhr - Antworten

    NRW-Fest 28.8.
    Hinfahrt Bus der Fa. Schiwy, sehr angenehmes Klima
    Rückfahrt Rheinbahnbus, durchgeschwitzt, armer Busfahrer.
    Außerdem sind die Busse der Privatunternehmen, die für die Rheinbahn unterwegs sind, viel sauberer.

  5. Christian 29. August 2016 um 20:59 Uhr - Antworten

    Ich würde es toll finden, wenn das bei uns in Niedersachsen auch öfter der Fall wäre. Wir haben in ganz vielen Öffis noch keine. PRO RHEINBAHN! 🙂

  6. Maria 1. September 2016 um 8:44 Uhr - Antworten

    Schöner Kommentar, aber „an den Tagen im Jahr, an denen es richtig heiß ist, bieten sie keine Abkühlung.“ ist nicht ganz richtig, denn die Bahnen heizen sich nicht nur an den schwülen 30 Grad Tagen auf, sondern auch schon an sonnigen Tagen bei kaum über 20 Grad auf, was wohl auch an den großen Glasscheiben liegt. Die alten Bahnen benötigten keine Klimaanlage, weil die Türen nicht hermetisch luftdich (wie es mir scheint) abriegelten und die Fenster mehr als nur ein Schlitz waren. Zudem sind die Fenster in den neuen Bahnen so hoch angebracht, dass kaum jemand sie öffnen kann, ohne auf die Sitze steigen zu müssen, und wer will das schon? Schlimmer noch als die unerträgliche Hitze empfinde ich den niedrigen Sauerstoffgehalt, man setzt sich hin und könnte direkt einschlafen, so wenig Luft ist in den neuen Bahnen. Schade.

  7. Daniel G. 2. September 2016 um 16:05 Uhr - Antworten

    Mir taucht da eine frage bezüglich der neuen HF6 Wagen auf: Wann genau ist die Inbetriebnahme geplant? Ausserdem: die silbernen fahrzeuge Welche auf der Linie U75 verkehren – Warum gibt es dort keine armlehnen?

    • Annika Bödefeld
      Annika Bödefeld 6. September 2016 um 11:32 Uhr - Antworten

      Hallo Daniel, wie im Beitrag steht, ist die Inbetriebnahme 2019 geplant. Die Bahnen auf der U75 sind meist Bahnen des Typs „GT8SU“ und diese sind schmaler als andere Stadtbahnwagen. Viele Grüße Annika Bödefeld

      • Daniel G. 8. September 2016 um 18:23 Uhr - Antworten

        Danke für die Auskunft.

      • Carsten P. 8. Oktober 2016 um 16:57 Uhr - Antworten

        Die GT8SU sind schmaler als die B80 Wagen? mag sein. Was Sie allerdings Daniel G. verschweigen ist, das die GT8SU vor der „Modernisierung“ durchaus Armlehnen hatten und auch durchaus bequeme Sitze. Sitze werdenja heute bei der Rheinbahn so gestaltet, das es einen hauchdünnen blauen Stoffbezug gibt und darunter verbirgt sich entweder Hartplastik oder Holz. Frau Bödefeld Sie sind sehr gut geeignet für Ihren Job – schönreden, beschwichtigen und Fakten nicht erwähnen oder verschweigen. Na ja,…

  8. Markus S. 5. September 2016 um 11:18 Uhr - Antworten

    Leider sind die Klimaanlagen in den Bussen oft nicht an oder defekt und dann kann man die Fenster nicht öffnen…

  9. Steven E 5. Oktober 2016 um 23:03 Uhr - Antworten

    Das Problem sehe ich weniger in den fehlenden Klimaanlagen (sind auch ziemliche Stromfresser) sondern das man die Fenster nicht gescheit öffnen kann! Diese kleinen Klappen bringen so gut wie nichts! Man sollte doch einfach ,ähnlich wie im Ausland oft zu sehen, Fenster einbauen die sich weiter öffnen lassen um so während der Fahrt frische Luft in die Busse und Bahnen zu bekommen. Oder man lässt wie früher üblich einfach die Türen offen, rausfallen kann ja keiner, die Trams stehen ja mehr an der Ampel als das sie fahren 😉

    • Dennis K. 22. Oktober 2016 um 21:15 Uhr - Antworten

      Im Ausland werden Sie kaum noch Bahnen und Busse finden, welche keine Klimaanlage haben. Selbst in Köln haben die U-Bahnen Klimaanlage. Offensichtlich gelten es bei den Bahnen in Düsseldorf andere Gewichts-Vorschriften, als in Köln und anderen Städten auf der Welt. 😉

  10. Michael 28. November 2016 um 14:39 Uhr - Antworten

    Als ich früher auch im Sommer mit den Rheinbahn-Fahrzeugen fuhr, war ich einerseits erleichtert, wenn da ein 83er oder 81er an kam. Umso schlimmer war der Schock wenn ich hörte dass die Lüftung zwar laut dröhnte und der Busfahrer mir den Eis-Stern auf dem grünen Display zeigte, es aber eindeutig viel zu heiß war. Dann war die Klimaanlage vermutlich zu lange (über den Winter) nie in Betrieb und funktionierte nicht, sondern hatte erstmal ne Überholung nötig. Ja, normal macht im Winter keiner die Klimaanlage an, aber ab und zu mal Durchspülen der Kühlflüssigkeit soll da ganz hilfreich sein. Ganz übel war es, wenn es dann sowas die der 8320 war, wo man die Fenster gar nicht aufmachen konnte, außer mim Stein. Also auch der Busfahrer nicht, weil gar keine Vorrichtung zum öffnen da war, statt nur abgeschlossen wie bei der 3ten 83er Serie sowie bei den 81ern.

    Wie wäre es einfach für solche Fälle zusätzlich klassische Dachlucken einzubauen die man vorne nach vorne und hinten nach hinten aufklappen kann, sodass der Wind von vorne nach hinten durchzieht. Aber eben so Dachluken die noch von Hand bedient werden wie vor 50 Jahren, die ganz dünn sind. Seitdem die auf Knopfdruck bedient werden können, versperren die so die Öffnung, dass da nicht mehr viel Wind durchziehen kann wie in nem 73er.

    Aber alle die über die Bahnen mit fehlenden Klimaanlagen meckern: Fahrt mal nach Wuppertal oder Solingen. Da gibbet nur für den Fahrer ein weißes Kästchen auf dem Dach. Sonst wäre es wohl an solchen Tagen auch ein unzumutbarer Arbeitsplatz.

    • Annika Bödefeld
      Annika Bödefeld 28. November 2016 um 16:49 Uhr - Antworten

      Hallo Michael, es ist nicht geplant, die alten Busse mit dieser Art von Dachluken nachzurüsten. Und neue Busse werden mit Klimaanlage bestellt. Viele Grüße Annika Bödefeld

  11. S. Klein 18. Januar 2017 um 11:58 Uhr - Antworten

    Seitdem es so bitterkalt ist, ab November 2016, minusgrade, ist der fahrende Bus von Ratingen nach Düsseldorf auch ein Gefrierschrank. Bei 50 min. Fahrtzeit ist das schon echt heftig.. Wie wäre es mit einer moderaten Temperatur in den Bussen.
    MfG

    • Annika Bödefeld
      Annika Bödefeld 19. Januar 2017 um 17:59 Uhr - Antworten

      Hallo Frau Klein,
      das soll natürlich nicht so sein! Haben Sie sich zufälligerweise die Wagennummer des Busses notiert? Dann können wir das an die Werkstatt weiterleiten.
      Viele Grüße
      Annika Bödefeld

  12. S. Klein 18. Januar 2017 um 12:10 Uhr - Antworten

    Siehe oben

  13. Paul 29. Januar 2017 um 19:20 Uhr - Antworten

    Hallo,

    erstmal sehr schöner Beitragt. Ich bin vor zwei Jahren noch mit dem Bus zur Schule gefahren. Ob diese allerdings eine Klimaanlage besaßen weiß ich nicht mehr (denke eher nicht). Was sie aber besaßen war eine Heizung, jedoch wurde es mit der im Winter zu warm, so dass mir sogar teils echt schlecht wurde!

  14. Julian 26. Mai 2017 um 13:29 Uhr - Antworten

    Hallo,
    vor einiger Zeit musste ich auch immer mit dem Bus fahren, wobei ich wahrscheinlich Glück hatte, denn dieser Bus war immer klimatisiert. Auch an sehr heißen Sommertagen war es realtiv erträglich in diesem Bus. Aber auf der anderen Seite fast schon erschreckend zu sehen, dass eine solche Klimatisierung heutzutage nicht Gang ung Gäbe ist. Auf jeden Fall ein schöner Beitrag!

  15. Heidrun Böörns 22. Juni 2017 um 11:13 Uhr - Antworten

    Moin, ich finde den Hinweis das es nicht sinnvoll ist bei Klinmabetrieb die Fenster aufzumachen sehr wichtig ist. Vielleicht sollte man den auch Mal ans Fahrpersonal darüber aufklären oder eine Blockierung des Fahrerfensters bei Klinmabetrieb einführen.

  16. Ana 22. Juni 2017 um 16:36 Uhr - Antworten

    Hello Ms. Bödefeld, I hope you will excuse my poor German, and accept by feedback in English. Nice explanation given above, but doubt it will matter to any of your customers, including myself, today when heat wave of 35 degrees is hitting Düsseldorf, following last few day which were only a degree or two cooler. Not even mentioning that summers in Düseldorf are getting hotter and hotter year over year with many days like this, as all reports are showing.
    So I am sorry, I really cannot understand why one of the riches cities in the world is having one of the worst public transportation vehicles/schedules I have ever seen (and I traveled a lot, so you can trust me on this).
    Let’s leave world on side, and compare with Köln, Hamburg, Berlin, Bonn etc. also having old trams, but still having AC system inside and a way better schedules.
    So why to wait 2019, when you should have this system almost decade ago?
    And what about Straßenbahn operating e.g. lines 705, 707 etc., those trams do not look old, quite similar to HF6 series you have specified above, why they do not have air conditioning then?
    But every year price of ticket goes up for some euros, while quality of service is the same or even worst..
    Can I have discount on my ticket until 2019 then during summer time for poor quality of service? As I am sure there is some German regulation which should proclaim driving in Rheinbahn Dusseldorf trams as health danger on the days like this one today, as if outside is 35 degrees, I am scared to think how much is in those iron boxes.

    • Annika Bödefeld
      Annika Bödefeld 26. Juni 2017 um 14:52 Uhr - Antworten

      Dear Ms. Lujetic, even if Düsseldorf is more or less „rich“ compared to other cities, it is still a political decision, how and with which amount of money the public transportation is supported. Some political parties rather support spending money in streets and parking spaces for cars, others then highlight the importance of public transportation and rise the financial support. Concludingly, being a rich city does not inherently guarantee great public transportation. Another problem is, that the federal states reduce their financial support for us, thusly the cities have to pay more and more themselves. This is also the reason why ticket prices are raised regularly. We cannot make a plus only from selling tickets because our costs are way higher than our earnings. That is why we need the politics to financially support us – otherwise there will be no more public transportation in many German cities. The more we want to improve for our passengers, the more we have to invest and thus, we have to raise prices in order to make this work.
      Unfortunately we have to wait until 2019, because ordering and producing a tram is a process of several years! We cannot just go somewhere and buy ready-made trams. The same applies to buses. The trams which run on lines 705 etc. are already more than ten years old, so the problem we mentioned was the same: When they were ordered it was not that hot as it is nowadays, thusly AC was not regarded as a must have. We all had to learn that climate change is fast, twenty years ago there was no such thing as 36 degrees in June, right?

      Kind regards
      Annika Bödefeld

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